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DIE ENTSORGUNG VON GIPSKARTONPLATTEN RICHTIG GEMACHT

(ein Artikel von Horst Gäck)

Gips ist ein vielseitiger Werkstoff und wird heute vorwiegend im Innenbereich von Gebäuden eingesetzt.

Zur Herstellung von Gipsplatten werden entweder die im Bergbau gewonnenen Naturgipse oder der aus Kohlkraftwerken anfallende REA-Gips verwendet.

Beide Materialien sind grundsätzlich als gleichwertig anzusehen.

Die ersten Gipsplatten wurden 1949 in Riga hergestellt.
Daraus ist der Produktname „Rigips“ entstanden

Gipsplatten, häufig auch als Gipskartonplatten bezeichnet, werden seit mehreren Jahrzehnten im Baubereich eingesetzt.

Gipsplatten fallen vorwiegend bei Teilrückbau oder beim Rückbau von Gebäuden, aber auch als Schnittrest bei Neubauten an.


Wohin mit den alten Gipsplatten?

Da insbesondere Gips den Recyclingprozess anderer Bauschuttmaterialien stört, sind vor allem die Gipsplatten aus den Gebäuden getrennt von dem sonstigen Bauschutt zu erfassen.

Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist zu berücksichtigen, dass die Ablagerung von Bauschutt mit größerem Gipsanteil auf  Deponien, insbesondere wegen der hohen Wasserlöslichkeit des Calciumsulfats, nicht ganz unproblematisch ist.

Eine Gipsplatte besteht zu 94% aus Gips, 3,5 % Karton, 0,25 % Stärke, 0,25 %Silikon und
zu 2 % aus Tensiden und sonstigen Zusätzen.

Verwertung?

Gipsplatten aus dem Abbruch von Gebäuden fielen bisher nicht in ausreichenden Mengen an, um ein Rücknahmesystem zu organisieren.

Außerdem sind sie nicht sortenrein genug, um für diese Fraktion ein Recyclingverfahren rentabel einsetzen zu können.

In USA, Kanada, Frankreich, etc, gibt es jedoch bereits mehr Erfahrungen zum industriellen Recycling der Gipsplatten.

Verwertung im Bodenbereich/Straßenbau?
Der Einbau von gipshaltigem Bauschutt führt zu einer erhöhten Stofffracht an Sulfat.
Der Leitfaden „Anforderungen an die Verwertung von Recyclingstoffen in technischen Bauwerken“, lässt zudem einen Einsatz von Gips im Straßenbau nicht zu.

Verwertung als Düngemittel?
Die Verwertung der Gipsplatten als schwefelhaltiger Dünger steckt noch in Kinderschuhen. Besonders der Einsatz von Recycling-Gips als Dünger ist noch nicht ausreichend erprobt.

Verwertung in Kalihalden?
In Thüringen werden Gipsplatten zur Deponieverfüllung von Kalihalden eingesetzt. Durch die Verfüllung mit sauren Gipsabfällen entsteht an der Deponieoberfläche ein ausgeglichenes Milieu.

Dieses Verfahren wurde als Verwertung anerkannt.

Beseitigung?

Entsorgung mit dem Hausmüll?
Die Entsorgung größerer Mengen mit dem Hausmüll wirkt sich negativ auf den Verbrennungsprozess aus. Kleinmengen können toleriert werden.

Deponierung?
Der Begriff „Deponiefähigkeit“, beschreibt, inwieweit ein Abfall in der Lage ist, die Voraussetzung der Nachsorgefreiheit zu erfüllen, wenn eine stoffliche oder thermische Verwertung nicht möglich ist.

Gipsplatten halten die erforderlichen Kriterien für eine Deponie der Klasse „0“ (Monodeponie-zB. Bauschutt) nicht ein.

Die Entsorgung von Gipsplatten darf nur auf Deponien der Klasse „I“ und „II“, also Deponien mit einer entsprechenden Basisabdichtung, erfolgen.


FAZIT:

Gipsplatten haben im Recyclingbaustoff nichts verloren.

Deshalb die Bitte, nie gemeinsam mit dem Bauschutt entsorgen. Mit der Vermischung lassen Sie eine Verwertung des Bauschutts  als Sekundärrohstoff nicht mehr zu.

Gipsplatten haben im Wegebau, auf Feld und Waldwegen nichts verloren!

Gipsplatten dürfen in Bauschuttdeponien (Klasse 0) nicht abgelagert werden!


Für die richtige und ordnungsgemäße Entsorgung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Fragen Sie uns!

 

 

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